Beim "Kupplungs-s" machen viele Menschen Fehler. Wann wird es genau gesetzt? Gibt es dafür eine Regel dafür? Das Genitiv-s wäre eine Erklärung, aber die kommt nicht immer in Frage. Warum steht das Bestimmungswort mal in der Einzahl und mal in der Mehrzahl? Zum Beispiel: das Frühstücks-, Vogel-, Hühner-, Straußen-ei! Und warum heißt es Bade-wanne und Hebe-bühne, aber nicht Schreibe-tisch oder Schiebe-karre?
Manche Wörter bekommen auch eine neue Bedeutung, sobald ein Verbindungs-S dazwischen steht, zum Beispiel Landmann oder Landsmann. Gibt es hierfür noch mehr Beispiele?
Fragen über Fragen… Wer kann helfen und eine Regel dafür benennen?
Und was ist mit Beruf-s-schule?
„Wir Deutschen haben die Welt beherrscht, fremde Völker, die Nordsee und die Natur - den Konjunktiv nie.“
Dieter Hildebrandt (*1927), dt. Kabarettist
Für das Fugen-s gibt es keine Regeln. Seine Verwendung orientiert sich am Klang und kann regional verschieden sein; amtlich wird es gerne weggelassen.
Das Stichwort ist übrigens Fugenlaut, und obwohl ich nicht gerne auf Wikipedia-Artikel verweise, ist eben hier der Link zum entsprechenden Artikel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fugenlaut
Folgendes habe ich jetzt durch meine Recherche herausgefunden:
Einkommensteuer oder Einkommenssteuer? Egal, denn beides ist möglich! Auch Microsoft Word bemängelt keine der beiden Schreibungen. Anhaltspunkte, wann ein Fugen-s einzusetzen ist bzw. wann die zu verbindenden Wörter ohne ein solches auskommen, gibt es dennoch. Im Duden heißt es: „Enden Substantive (Bestimmungswörter) auf -tum, -ing, -ling, -heit, -keit, -schaft, -ung, -ion, -tät, -at, -um, erhalten Sie in Zusammensetzungen im Allgemeinen das Fugen-s.“ Im Zweifelsfall hat man die freie Wahl bzw. kann sich an anderen Zusammensetzungen mit dem gleichen Bestimmungswort im Wörterbuch orientieren. Aber: Word markiert gnadenlos das nach obigem Anhaltspunkt (Substantiv auf Endung "um") korrekte "Praktikumsplatz" als falsch. Das ungewohnte "Praktikumplatz" hingegen bleibt unbeanstandet.
„Wir Deutschen haben die Welt beherrscht, fremde Völker, die Nordsee und die Natur - den Konjunktiv nie.“
Dieter Hildebrandt (*1927), dt. Kabarettist