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Treffpunkt Konjugation

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Index » Rechtschreibung » Neue Rechtschreibung & schulpflichtige Kinder
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Silverstar

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Beigetreten: 25/03/2011 20:21:32
Beiträge: 15
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Ich bin 32 jung und habe noch die "alte" Rechtschreibung erlernen dürfen. Ich gestehe mit der neuen habe ich mich nur mässig befasst, denn die Notwendigkeit bestand nicht direkt. Für Korrekturen meiner Arbeiten, besitze ich ja immer noch den neuen Rechtschreibduden für den Computer. Das lief soweit ja ganz gut, wenngleich ich da schon zeitweise Probleme mit den Korrekturen an sich hatte.

Problematisch jedoch wird es jetzt langsam, denn mein Sohn geht seit letztem Sommer in die Grundschule. Und ja ich habe meine Schwierigkeiten. Ich fand es ja schon ziemlich seltsam, das er sage und schreibe 6 Bücher alleine für Deutsch benötigt. Die lernen ja erst einmal die Druckschreibschrift und dann erst die Schreibschrift, beziehungsweise irgendwie alles nebeneinander. Es hat gedauert bis ich einen Überblick alleine über die Bücher hatte (die zum Glück in der Schule bleiben- und nur bei Bedarf nach Hause mitgegeben werden, was jedoch bei der Anzahl ständig dazu führt, das oftmals falsche zu Hause landen).

Und als sei das noch nicht genug, ist da noch die neue Rechtschreibung. Mein Junior ist ein ADHS ler, das bedeutet er lernt wenn er will sehr schnell, merkt sich jedoch auch alles, und muss alles ausdiskutieren. Da wir die Hausaufgaben täglich zusammen machen, ist Deutsch (was ich eigentlich sehr mag) ein Horrorfach irgendwie. Denn für mich sehen viele Worte schlicht und ergreifend falsch aus. Ich muss wenn er selbst in eines seiner vielen Hefte schreiben muss, selbst teilweise nachschauen in seinen Lesebüchern, ob das denn auch wirklich richtig ist. Ja, ich kann es nun von Grund auf lernen mit ihm, doch ich kam 32 Jahre lang prima mit der anderen aus, und kann das nicht einfach so abschalten.

Warum das sein musste verstehe ich auch nicht. Wenn man alleine mal bedenkt wieviele Bücher wegen dieser tollen Reform geändert wurden, und wie viele Menschen sich nun umstellen müssen, denn ich denke es geht vielen wie mir. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich damit auseinander zu setzen, doch es macht mir viel mehr Mühe als eigentlich sein müsste, wenn die Politiker vielleicht ein Weilchen länger darüber nachgedacht hätten, wie sie Steuergelder unsinnig einsetzen können.
19jolie86

Normal

Beigetreten: 21/03/2011 11:11:39
Beiträge: 50
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Grundsätzlich wurde die Rechtschreibung durch die neue Reform vereinfacht. Alle, ob Kinder oder Ausländer, haben somit nun weniger Probleme mit der Rechtschreibung als früher.
Ich würde dir gern helfen, in dem ich mal grob die einfachsten Regeln auszeige:

Nach kurzem Vokal folgt doppelter Konsonant, also: ‚der Kuß’ wird zu ‚der Kuss’

Kein Wegfall von Buchstaben bei Zusammensetzung, also: ‚die Schiffahrt’ wird zu ‚die Schifffahrt’ oder ‚selbständig’ wird zu ‚selbstständig’

Anpassung weniger Fremdwörter, also: ‚der Delphin’ wird zu ‚der Delfin’

Anredepronomen der 2. Person dürfen groß- und kleingeschrieben werden. Die Anrede kann im Brief also ‚du’ oder ‚Du’ sein. Jedoch niemals beides in einem Brief mischen.

„Wir Deutschen haben die Welt beherrscht, fremde Völker, die Nordsee und die Natur - den Konjunktiv nie.“
Dieter Hildebrandt (*1927), dt. Kabarettist
Wortraum

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Beigetreten: 06/11/2010 19:47:25
Beiträge: 425
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@Silverstar:
Die auffälligste Änderung ist die heysesche s-Schreibung. Sie ist zwar nicht leserfreundlich und heutzutage schlechter begründbar als noch vor 150 Jahren, aber sie ist doch logisch und einfach anwendbar. Die Regel, wie man von der adelungschen Schreibung zur heyseschen gelangt, kennst Du sicherlich, da sie aber fast immer falsch beschrieben wird, mache ich mir noch einmal die Mühe:
1) Man schreibt in der heyseschen s-Schreibung ss statt ß nach kurzem Vokal.
2) Man schreibt in der heyseschen s-Schreibung ß, wenn auch nach adelungscher Schreibung nach einem langen Vokal ein ß folgt.

Schwieriger, da nicht intuitiv, nicht sinnvoll, nicht sprachrichtig, nicht sprachgewandt, nicht logisch, schlichtweg willkürlich, sind all die anderen Regeln, auf die die eine oder andere Beschreibung zutrifft. Das größte Problem dürfte die Getrenntschreibung und die Großschreibung sein.

Zur Getrenntschreibung:
Man kann das unmöglich in einem Forum abhandeln, allgemein ist aber ein Merkmal der deutschen Sprache die Univerbalisierung, also das Verschmelzen von Wörtern. Dies ist seit Jahrhunderten so, und in der dritten Staatsschreibung sah dies auch der Rat ein. Einfach ist das nicht, war es noch nie, denn die Schreibung richtet sich nach dem Sinn und nach Verblassung und Selbständigkeit der Einzelwörter, ist im Wandel und manchmal nicht eindeutig. Hier empfiehlt der Duden auch Schreibungen wider des Regelwerkes 2006, da er aber maßgeblich ist, kann im Einzelfall nur ein Blick in den Duden oder den Wahrig helfen.

Auseinandersetzen wird übrigens zusammengeschrieben.

Zur Großschreibung:
Das ist noch deutlich schwieriger und undurchschaubarer geworden. Zwei Faustregeln sind für die Staatsschreibung hilftreich:
1) Im Zweifelsfall schreibe groß.
2) Unbestimmte Zahlwörter schreibt man klein.
Die erste Regel galt zumindest vor 15 Jahren, ist inzwischen aber problematisch, weil so viele Menschen zweifeln und auf die irrsinnigsten Einfälle kommen.
Die zweite Regel ist eigentlich selbstverständlich, aber da man häufig „die Meisten“ oder „die Anderen“ liest, scheint diese einfache Faustregel notwendig zu sein.

Da Regelwerke alle Einzelfälle weder bestätigen noch ihnen widersprechen, da starre Regelwerke allgemein niemals der Dynamik einer Sprache gerecht werden können, halte ich von starrer Regelung nichts und kann Dir deshalb auch nicht empfehlen, nach einem Regelwerk zu schreiben. Das hilft Dir natürlich nichts, deshalb wenigstens der Link zum amtlichen Regelwerk 2006:
http://rechtschreibrat.ids-mannheim.de/dokumentation/

Darin findet man viele nützliche Beispiele und kann einen Überblick darüber bekommen, was denn nun eigentlich erlaubt und was staatlich verboten ist (staatlich, weil sprachlich keineswegs alles verboten oder gar davon abzuraten ist). Das einzige Problem: man muß es auch lesen.

Und ist es denn schlimm, wenn Du Wörter selbst nachschlagen mußt? Du lernst immerhin etwas, die Regeln dürften für Dich verständlicher sein, und Dein Sohn möchte wohl einfach nur hören, daß Mami sagt: „Ja, so ist es richtig.“

Aufpassen mußt Du aber, nicht aus alten Regeln zu lernen, beispielsweise aus dem Regelwerk 2004. Sie wurden nicht bloß ergänzt oder vereinfachend umgeschrieben, sondern inhaltlich geändert. Sprachlich ist das notwendig und schön, leider sind aber viele Seiten, die den Unterschied zwischen „alter“ und „neuer“ Schreibung erklären wollen, auf einem alten Stand und damit unbrauchbar.

Wenn Dir die ständige Suche im Duden zu lange dauert, hilft Dir vielleicht auch Canoo. Dort kannst Du die Schreibung von Wörtern nachschlagen, dort findest Du Erklärungen, Regeln und Beispiele.
http://www.canoo.net/


19jolie86 wrote:Grundsätzlich wurde die Rechtschreibung durch die neue Reform vereinfacht.
Von wem bekommst Du denn Geld? Zehetmair? Aber ernsthaft: Du hast das schon einmal behauptet, allerdings auch dann nicht begründet. Woran machst Du die Vereinfachung fest? An der gestiegenen Fehlerquote? An dem umfangreicheren Regelwerk? An dem Abbruch der Reform? An dem Rückzug des RDR? An den Hausorthographien der Verlage und Zeitungen wie Springer oder FAZ; oder an den Hausorthographien der Presseagenturen wie der DPA?

Kein Wegfall von Buchstaben bei Zusammensetzung, also: ‚die Schiffahrt’ wird zu ‚die Schifffahrt’ oder ‚selbständig’ wird zu ‚selbstständig’
Mathematisch wunderbar, sprachlich natürlich völliger Schwachsinn.

Anredepronomen der 2. Person dürfen groß- und kleingeschrieben werden. Die Anrede kann im Brief also ‚du’ oder ‚Du’ sein. Jedoch niemals beides in einem Brief mischen.
Was allerdings einfach daran soll, daß es Höflichkeit erst staatlich abgeschafft, dann wieder angeschafft wird, müßte mir noch erklärt werden.

This message was edited 1 time. Last update was at 29/03/2011 23:24:31

Silverstar

Normal

Beigetreten: 25/03/2011 20:21:32
Beiträge: 15
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Lieber Wortraum (der Nick hat irgendwie was ),

grundsätzlich hilft es ja schon einmal, einige Anhaltspunkte wahrnehmen zu können. Ich finde nicht das alles durch diese tolle, neue Reform geworden ist, mal davon abgesehen, wie viele Bücher dafür geändert werden durften, und wer das vermutlich zahlen darf …

Wenn ich am Computer arbeite, ist es recht einfach für mich, da ich dort auch die neue deutsche Rechtschreibung auf CD-Rom habe. Die Version ist vom April 2006 und ich gehe davon aus, dass sie aktuell ist.

Ich finde es einfach verwirrend da viele schlicht Worte falsch aussehen. Auf der anderen Seite kann ich ja, durch die Tatsache dass mein Junior, das alles jetzt gerade lernt, regelrecht mit lernen, und üben. Deine Informationsliste sichere ich mir mal, denn das ist sicher als kleines Regelwerk nicht schlecht. Also vielen Dank dafür!


California

Normal

Beigetreten: 14/02/2011 15:02:02
Beiträge: 100
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Hallo Zusammen,

ja, es ist schon ein Kreuz mit der neuen deutschen Rechtschreibung, wenn man noch die alte Rechtschreibung gelernt hat. Ich habe auch noch die alte deutsche Rechtschreibung gelernt und musste erst einmal umdenken. Dann bin ich ganz durcheinander gekommen, wann was geschrieben wird. Im Rahmen meiner Diplomarbeit musste ich aber die neue Rechtschreibung verwenden. Und so bin ich relativ fit darin. Manches aber werde ich niieee schreiben, nämlich drei Konsonanten hintereinander. Zum Beispiel "Schifffahrt". Auch wenn es eigentlich logisch ist, das "Schiff" und "Fahrt" zusammen die "Schifffahrt" ergibt, bringe ich es einfach nicht über`s Herz, das auch zu schreiben.

Ich denke, dass die neue deutsche Rechtschreibung eine völlig überflüssige Reform ist. Da wird etwas von oben bestimmt, ohne dass es eine besondere Verbesserung gibt.

Viele liebe Grüße
Wortraum

Normal

Beigetreten: 06/11/2010 19:47:25
Beiträge: 425
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Mathematisch ist es logisch, sprachlich ist es unlogisch und einfach nur falsch. Aber darüber ließ ich mich ja bereits zu genüge aus.
Andreas23

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Beigetreten: 02/04/2011 21:33:21
Beiträge: 29
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Die neue Rechtschreibung hat vieles für junge Schüler, besonders für neu eingeschulte Kinder verändert. Doch der Unterricht ist auch bereits auf die neue Rechtschreibung ausgelegt und die Schreibung von manchen Wörtern ist gleich geblieben. Man lernt und arbeitet also mit der neuen Rechtschreibung von Anfang an, was vielleicht leichter ist.

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