früher war ich ja recht radikal und habe jeden ausgebessert, wenn er meiner Meinung nach nicht richtig Deutsch sprach. Heute bin ich da viel toleranter und korrigiere nur mehr für mich selbst, um mich zu beruhigen.
Was mir immer häufiger auffällt, ist die Tatsache, dass man das Präteritum von wenden als wendete (also regelmäßig) bildet, anstelle von wandte. Dasselbe gilt für senden (sendete statt sandte). Ich habe schon Hemmungen die unregelmäßige Verbform zu verwenden, um nicht als „affektiert“ zu gelten.
Sind hier schon beide Formen zulässig? Oder gibt es überhaupt nur mehr die regelmäßige Form? Kennt ihr noch andere Fälle, in denen ein ursprünglich unregelmäßiges Verb zu einem regelmäßigen wird (backen und buk hatten wir ja schon)?
früher war ich ja recht radikal und habe jeden ausgebessert, wenn er meiner Meinung nach nicht richtig Deutsch sprach.
Ausbessern kann man einen Kratzer im Lack, Sprachfehler verbessert man. Aber das sage ich Dir nicht, ist nur laut gedacht.
Dasselbe gilt für senden (sendete statt sandte). Ich habe schon Hemmungen die unregelmäßige Verbform zu verwenden, um nicht als „affektiert“ zu gelten.
Och, ich habe damit kein Problem. Ich beuge auch fragen stark, ganz in dem Bewußtsein, bei den meisten Sprechern anzuecken. Es frug mich aber niemand, was das solle.
Bevor ich sendete schreibe, müßte sehr viel passieren, drohende Erschießung bei Nichteinhaltung etwa. E ist der klangärmste Vokal; sendete ist eine Silbe länger; bei sendetet denkt jeder, ich stottere – hm, nö, warum sollte ich das Verb schwach beugen? Da bleibe ich stark. *g*
Ich entsinne mich dunkel, daß manch einer unterschied, ob er ein Paket per Post oder Signale per Funk versandte. Ich glaube, bei letzterem solle senden schwach gebeugt werden. Das mag sein, bis zu mir ist diese Feinheit noch nicht vorgedringt – äh, vorgedrungen.
This message was edited 4 times. Last update was at 25/04/2011 21:12:45
Laut Duden sind die Formen "wendete" und "sendete" durchaus zulässig.
Ich persönlich allerdings konjugiere die Verben auch stark, da ich den Klang schöner finde. Leider wird unsere Sprache durch immer mehr solche "erlaubten" Fehler immer ärmer.
Ich finde diesen Vereinfachungswahnsinn schon krankhaft und keiner weiß eigentlich mehr wirklich was mal richig war.
Ich kann nur jedem mal empfehlen, die Bücher "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" zu lesen, um mal zu sehen, was aus unerer schönen Sprache so angestellt wird.
Und versucht mal das gleichnamige Spiel zu spielen, Ihr werdet verblüfft sein, wie oft man da ins straucheln kommt und falsch liegt.