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Index » Rechtschreibung » Stengel oder Stängel?
Autor Beitrag
California

Normal

Beigetreten: 14/02/2011 15:02:02
Beiträge: 100
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Hallo liebe Leute,

manchmal macht die neue deutsche Rechtschreibung sogar Sinn, auch wenn ich mich oft über sie ärgere. Hier im Forum wurde etwas geschrieben über "belämmert" bzw. "belemmert". Der letzte Beitrag hat mich dann auf ein anderes Beispiel gebracht, das denselben Prinzipien folgt: Das Wörtchen Stängel. Früher wurde es "Stengel" geschrieben - so habe ich es auch mal gelernt. Heute wird es "Stängel" geschrieben. Denn Stängel leitet sich von Stange her. Und die Stange wird nun mal mit einem "a" geschrieben. Allerdings sieht diese Schreibweise für mich irgendwie merkwürdig aus. Wer kennt denn noch mehr solche Beispiele?

Liebe Grüße
Kathi67

Normal

Beigetreten: 18/04/2011 08:37:26
Beiträge: 61
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Hallo California,

da wäre noch das Wort „Gämse“ von Gams, das man früher „Gemse“ schrieb. Das Wort „Gams“ kommt aus der Jägersprache, obwohl ich sagen muss, dass es auch im Dialekt gebraucht wird.

Interessanterweise hat man aber das Wort „schnäuzen“ reformiert, weshalb man nun „schneuzen“ schreibt. Ich lernte noch in der Schule, dieses Wort käme von der Schnauze, obwohl ich schon damals bezweifelte, dass man von der menschlichen Nase als einer Schnauze sprechen kann. Ich denke da eher immer an Tiere.

Das Wort „Eltern“, das von „die Älteren“ abstammt – zumindest lernte ich das noch so in der Schule –, wurde nicht reformiert.

Liebe Grüße
Kathi
California

Normal

Beigetreten: 14/02/2011 15:02:02
Beiträge: 100
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Hallo Kathi67,

danke für Deine Anregung mit Deinem Beispiel mit der "Gämse" und dem "Schneuzen". Und wieder komme ich nicht umhin, mich über die Inkonsequenz der deutschen Rechtschreibung auszulassen (siehe meinen Beitrag: die Inkonsequenz der neuen deutschen Rechtschreibung). Warum nur müssen Neunmalkluge an irgendeinem Schreibtisch die schöne alte deutsche Rechtschreibung derart zerstören? Sie hat doch durchaus ihren Sinn gemacht. Auch wenn manche anderer Meinung sind, ist das eigentliche Ziel, eine Vereinfachung nämlich zu schaffen, total in die Hose gegangen. Anstatt zu vereinfachen (zwei Schreibweisen für ein und dasselbe Wort, Kommasetzung etc.), hat man alles nur noch komplizierter gemacht. Ich habe mich an diversen Stellen schon mehrfach darüber ausgelassen.

Liebe Grüße
Nell

Normal

Beigetreten: 05/05/2011 21:36:13
Beiträge: 22
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Hallo California,

ich muss sagen, dass ich einige neue Regeln besser verstehe. Allerdings gibt es viele Ausnahmen die man sich merken muss oder Zusammenhänge, die ich erst garnicht begreife.

So eine Ausnahme bildet z.B. "schwenken" trotz Verwandtschaft mit schwanken. Das "Eltern" nichts mit "Alt" zu tun hat und man desshalb nicht "Ältern" scheibt, ist mir verständlich. Ich würde gerne wissen, warum "schwenken" von Schwank abstammend nicht mit "ä" geschrieben wird.

Weitere Wörter die mir noch einfallen:

"Verbleuen" => "verbläuen" (zu Blau).
"Überschwenglich" => "überschwänglich" (zu Schwang).
"Behende" => "behände" (zu Hand)

This message was edited 2 times. Last update was at 06/05/2011 19:30:53

Wortraum

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Beigetreten: 06/11/2010 19:47:25
Beiträge: 425
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Ich würde auch noch dänken schreiben, weil es vom Gedanken stammt, und einsätzen, weil es vom Einsatz stammt, und versänden, weil es vom Versand stammt. Das ist zwar schwachsinnig, aber so ist es nun einmal, das Stammprinzip, das man in der Staatsschreibung gefunden haben will.

Die Schreibungen sind selbstredend falsch, es handelt sich also um ein recht willkürliches Stammprinzip ohne Prinzipien. Nun ja, ich sagte es bereits: Schwachsinn.
Andreas23

Normal

Beigetreten: 02/04/2011 21:33:21
Beiträge: 29
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Gemäß der neuen Rechtschreibung kann nur "Stängel" die richtige Schreibweise sein. Es handelt sich hierbei um ein Subjekt mit einem Umlaut. Allerdings wird das Wort mit "e" gesprochen.

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Wortraum

Normal

Beigetreten: 06/11/2010 19:47:25
Beiträge: 425
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Was meinst Du mit Subjekt? Stengel ist ein Hauptwort, das zwar die Funktion eines Subjektes einnehmen kann, aber auch die eines Objektes:
• Subjekt: Der Stengel biegt sich.
• Objekt: Der Käfer krabbelt auf dem Stengel.

Ob nach aktuellen Staatsregeln nur Stängel gültig ist, ist eine interessante Frage. Das offizielle Wortverzeichnis enthält zwar diese Schreibung, es gibt aber im gesamten Regeltext und im Wortverzeichnis keine Erklärung, die Schreibung mit e sei unzulässig.

Man mag das annehmen, was zumindest der Duden tat und deutlich markiert; vielleicht auch der Wahrig, das kann ich gerade nicht prüfen. Da in Schulen in Zweifelsfällen der Duden oder Wahrig entscheiden, ist nach Staatsschreibung die Schreibung mit ä vorzuziehen.

Wer Stängel schreibt, sollte im reformatorischen Sinne auch Stängel sprechen, jedenfalls wenn man die Staatsschreibung ernst nimmt. Da es abgesehen von Siebs Deutscher Bühnenaussprache ohnehin keine Normierung der Aussprache gibt, dürfte die Aussprache mit e oder ä praktisch keine Bedeutung haben.

(Man beachte nicht ohne Erstaunen, daß im amtlichen Regelwerk von einer deutschen Standardaussprache geredet wird, die es weder gibt noch vom Regelwerk definiert wird. Obwohl – so erstaunlich ist es auch wieder nicht, und es gibt ja andere interessante Behauptungen und Mißbräuche, etwa die falsche Verwendung des Partizip Präsens. Aber das ist auch wieder ein ganz anderes Thema.)

This message was edited 2 times. Last update was at 18/06/2011 22:16:23

 
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