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Treffpunkt Konjugation

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Index » Verben » Die Passivisierung
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konsj

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Beigetreten: 02/03/2012 08:54:54
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Syntaktisch unakkusative Verben haben kein gekennzeichnetes externes Argument (oder Subjekt), d.h. sie haben eine athematische Subjektposition (vgl. Burzios Verallgemeinerung (1981)). Das Fehlen eines externen Arguments kann im Anschluss zur Möglichkeit besprochen werden, diese Verben zu passivieren. Es ist bekannt, dass Passivierung eine Operation auf der Argumentstruktur des Verbs ist, d.h. Passivierung setzt das Vorhandensein eines externen Arguments voraus. Logisch wenn ein Verb zu passivieren gezeigt wird, heißt dies, dass es ein externes Argument hat, und als Folge lässt es nicht eine unakkusative Deutung zu.

Verben im Deutschen erscheinen in zwei Arten von Passivkonstruktionen: Vorgangspassiv und Zustandspassiv. Das Vorgangspassiv ist leicht am Gebrauch des Hilfsverbs werden typisch für das verbale Passiv und von der agentischen von-Phrase erkennbar, welche wahlweise ausgelassen werden kann. Das Zustandspassiv wird mit dem Hilfsverb sein gebildet, das gleiche Verb, das mit Prädikativadjektiven als eine Kopula funktioniert. Das Zustandspassiv drückt einen Zustand resultierend aus einem dynamischen Prozess aus, und so qualifiziert es sich syntaktisch und semantisch als ein adjektivisches Passiv. Das Perfektpartizip in solchen Konstruktionen drückt nicht mehr eine Tätigkeit aber den Zustand aus, der erworben wird, nachdem die Tätigkeit stattgefunden hat.

Die Untersuchung des Verhaltens der Psych-Verben in Beziehung zu diesen Passivkonstruktionen kennzeichnet die unakkusativen von den transitiven Psych-Verben mit Experiencer-Objekten. Es einfach zu setzen, wenn psychologische Verben ein Vorgangspassiv betreten, sind sie transitiv, wenn sie ein Zustandspassiv betreten, sind sie unakkusativ.

Passivierung wirkt nur in der Anwesenheit eines Agens. Offensichtlich können sein-Verben einen Agens nie haben und sind folglich nicht passivierbar. Die zwei Arten von haben-Verben benehmen sich anders, wenn sie passiviert werden:

(2)

a. Sie wurde von ihren Freunden irritiert. (haben-Verb + Akk.)

b. * Ihr wurde von dem Chef missfallen. (haben-Verb + Dat.)

c. * Dem Lehrer wird von der Erziehung der Kinder gelingen. (sein-Verb + Dat.)

Das Experiencer-Objekt vom Beispiel (2a) kann die passive Subjektposition besetzen, weil es strukturellen Akkusativkasus hat, während die lexikalisch regierten Objekte in (2b) und in (2c) dasselbe nicht tun können. Einige der haben-Verben mit Akkusativ erlauben sowohl einen agentischen als auch einen nicht-agentischen Gebrauch, andere können nur nicht-agentisch verwendet werden. Der agentische Gebrauch von diesen Verben erfordert häufig das Vorhandensein des Instrumentarguments in einer mit- oder durch-Phrase:

(3) Der Komiker belustigte das Publikum mit seinen Spä?en.

Er erheiterte mich mit/ durch das Musizieren

Der Redner begeisterte die Zuhörer durch seine Argumente.

AGENS EXPERIENCER INSTRUMENT

Im nicht-agentischen Gebrauch wird das Instrument zur Subjektposition gefördert und das ehemalige Agens tritt in einer Genitivphrase auf:

(4) Die Spä?e des Komikers belustigten das Publikum.

Das Musizieren erheiterte mich.

Die Argumente des Redners begeisterten die Zuhörer.

INSTRUMENT AGENS EXPERIENCER

Die nicht-agentischen Verben mit Experiencer-Objekten erscheinen öfter im Zustandspassiv wie im Beispiel (5a) als im Vorgangspassiv, und nur am Rand treten sie mit beiden Arten Hilfsverben auf: werden und sein wie in (5b):

(5) a. Die Zuschauer waren von der Neuinszenierung entzückt/ gerührt.

Die Konzertbesucher waren von dem Spiel des Pianisten überwältigt.

b. Die Zuhörer werden/ sind von der Logik des Redners begeistert.

Das verbale Passiv verwendet man selten, und nur dann, wenn man erhöhte, entwickelnde Gefühle ausdrücken will, die zu einem Maximum an Gefühlsintensität führen:

(6) Wir wurden von einem Gewitter überrascht.

Die Schwestern wurden von ihrem Angreifer erschrocken.

Immer mehr Leute wurden terrorisiert und dadurch eingeschüchtert.

Es gibt jedoch eine Gruppe von haben-Verben mit Akkusativ, die nie agentisch wie im Beispiel (7a) verwendet werden und die die Passivierung entweder in der verbalen oder in der adjektivischen Variante wie in (7b) erlauben können:

(7) a. * Die Kinder / Das Anblick der hungernden Kinder erbarmte / bewegte sie.

* Der Junge / Sein schlechtes Benehmen wunderte / k+mmerte seine Eltern sehr.

AGENS URSACHE EXPERIENCER

b. * Sie ist / wird von dem Anblick der hungernden Kindern erbarmt / bewegt.

* Seine Eltern sind / werden von seinem Benehmen gewundert / gekümmert.

Schließlich können wir sagen, dass die drei Subklassen der Verben mit Experiencer-Objekten, die von Abraham identifiziert wurden, sich unterschiedlich in Bezug auf Passivierung benehmen. Die Verben, die ein Dativobjekt selegieren, können nicht passiviert werden, weil sie nicht ein Agens als externes Argument haben und folglich sich als ergative Verben benehmen. Die haben-Verben mit Akkusativ benehmen sich wie transitive Verben, wenn sie agentisch verwendet werden und wie ergative Verben, wenn sie nicht-agentisch auftreten. Die Passivierung der Sätze, die Verben mit Experiencer-Objekten enthalten, zeigt an, dass Gruppen von ihnen eine unakkusative Deutung erlauben.
Vergleiche C. Bejan
 
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