[Search]Suche [Recent Topics]Neueste Themen [Hottest Topics]Hottest Topics [Members]Mitgliederliste [Groups]Zurück zur Startseite [Moderation Log]Moderation Log [Register]Registrieren [Login]Anmelden

Treffpunkt Konjugation

Das Forum für die deutsche Sprache

Index » wortwörtlich » tun, tat, getan
Autor Beitrag
Netzverb

Normal
[Avatar]

Beigetreten: 07/05/2009 20:06:38
Beiträge: 71
Offline

tun (tat, getan)

Bedeutung: etwas machen, eine Handlung ausführen

Aus der indogermanischen Wurzel dhe, welche setzen, stellen, legen bedeutet, leitet sich das deutsche oft verwendete Verb tun ab. Es wird häufig synonym mit dem Verb machen verwendet, welches aber in seinem Ursprung eher kneten bedeutet. So muss man also auch in der deutschen Sprache genau hingucken, um zu entscheiden, wann man das Verb tun und wann man das Verb machen benutzt.

So kann ich z.B. meine Arbeit machen, aber auch meine Arbeit tun. Hingegen kann ich das Fenster aufmachen, aber nicht auftun. Es können sich mir Möglichkeiten auftun, aber nicht aufmachen.
Es empfiehlt sich, das Verb tun möglichst ganz zu vermeiden. Ich kann statt „Ich tue das Obst in die Schale.“ auch „Ich lege das Obst in die Schale.“ sagen, und zeichne mich ganz nebenbei durch eine präzise Ausdrucksweise und einen gehobenen Wortschatz aus. Ich muss auch nicht zwingendermaßen Salz in die Suppe tun, sondern kann mein Essen auch salzen und vermeidet damit den unschönen Ausdruck tun.

In seinen Abwandlungen ist das Verb tun aber durchaus gebräuchlich: „Ich muss tunlichst zum Zahnarzt gehen und meine Schmerzen nicht immer als Einbildung abtun. Der Arzt wird mir schon nichts antun oder sich in der Behandlungsmethode vertun.“

Auch gibt es Nominalbildungen die fest in der deutschen Sprache verankert sind, wie zum Beispiel das Zutun oder die Zutat.

Aus vielen Redewendungen ist das Verb tun gar nicht wegzudenken. Einer der wichtigsten Aussprüche ist hierbei vielleicht „Es tut mir leid!“, denn hier kann das Verb tun durch keinen anderen Ausdruck ersetzt werden. Der Angesprochene kann nun antworten: „ Ich möchte aber nichts mehr mit dir zu tun haben.“, worauf man antworten kann: „Tu, was du nicht lassen kannst!“, oder er sagt: „Wir können ja einfach so tun, als wäre nichts geschehen.“ In diesem Fall kann man erleichtert reagieren: „Puh, das tut gut!“
 
Gehe zu: