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Index » Stil » Wünschen oder entbieten?
Autor Beitrag
mel0010

Normal

Beigetreten: 05/09/2010 10:43:16
Beiträge: 51
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Unlängst hatte ich leider die traurige Aufgabe, ein Beileidsschreiben an einen guten Freund zu richten. Es schien mir passend, nicht viel mehr als ein, zwei Sätze hineinzuschreiben. Am Ende des Textes musste ich jedoch kurz stutzen: Wie beendet man nun so ein Schreiben? "Mein aufrichtiges Beileid an die ganze Familie wünscht..." hörte sich für mich mehr als absurd an. Bevor ich also den Brief abschickte, erkundigte ich mich bei meinen Eltern, wie denn diese diesen Satz formulierten. Meine Mutter beendete das Schreiben mit "aufrichtiges Beileid entbietet....". Nun meine Frage an euch: Gibt es keine elegantere Lösung dafür? Das Wort "entbieten" scheint mir doch mittlerweile mehr als veraltet und Beileid oder Anteilnahme zu "wünschen" geht doch auch gar nicht.
frostbeule66-02

Normal

Beigetreten: 06/09/2010 07:25:06
Beiträge: 1
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Hallo mel0010,
da hast Du Recht, enbietenhört sich sehr veraltet an. Ich glaube, aus der etwas jüngeren Generation würde dieses Verb keiner mehr verwenden. Aber so schlecht finde ich dies gar nicht- wenn man es sich öfter vorspricht und mal genau zu hört. Als im Januar 2009 mein Vater starb, bekamen wir auch viele, viele Karten. Die meisten wünschten oder übermittelten ihr Beileid. Wobei ich zum Verb übermitteln tendiere. Wünschen sollte man dies glaube ich nicht.
Es heißt oder bedeutet ja eigentlichIn Deinem Leid bin ich bei Dir! Und das kann man doch nicht wünschen- höchstens übermitteln oder eben entbieten, vergewissern das garantieren. Obwohl: Ich garantiere ich Dir mein Beileid klingt ja total bescheuert.
Vielleicht kann ja bnoch jemand anderes helfen!
mel0010

Normal

Beigetreten: 05/09/2010 10:43:16
Beiträge: 51
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Hallo Frostbeule!
Stimmt schon - entbieten ist sicher das passendste Wort, trotzdem dachte ich mir - da es sich ja beim Empfänger der Beileidschreibens um eine jüngere Person hielt - ich lass das Wort mal weg. Ich habe dann einfach meinen Namen drunter gesetzt. Meistens steht bei den Beileidkarten ja schon ein Vordruck auf der Außenseite á la "Aufrichtige Anteilnahme.." oder "Mein herzlichstes Beileid..". Ich habs dann eben so gelöst, dass ich in die Innenseite nochmal mein Beileid ausdrückte, aber dann ohne "wünscht", "entbietet" oder ähnliches endete, sondern eben einfach nur noch meinen Namen hinschrieb. Wobei ich mir aber sicher bin, dass sich der Empfänger der Karte keine Sekunde Gedanken drüber macht, ob sich das nun richtig oder falsch anhört. Trotzdem - vielleicht hat ja doch noch jemand eine bessere Idee.
benno1984

Normal

Beigetreten: 05/11/2011 16:59:21
Beiträge: 27
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hallo zusammen,

man kann an dieser stelle das ganze eleganter lösen, wenn man nicht [verbform]entbieten[/verbform] o.ä. [verbform]verwenden[/verbform] will. als abschluss eines kondolenzschreibens sieht man oft so etwas wie "in stiller trauer" oder "in herzlicher anteilahme". wenn man diese etwas lose wirkenden "grußformeln" benutzt, braucht man kein verb, weder entbieten noch verwenden. sicher gibt es noch weitere möglichkeiten, das auszudrücken; [verbform]wünschen[/verbform] ist an dieser stelle wirklich unangebracht, das stimmt schon.

und sicher gibt es auch vorgedruckte trauerkarten, die mit etwas passenderen sprüchen [verbform]aufwarten[/verbform] können. im zweifelsfall würde ich persönlich es auch nicht als unangebracht empfinden, wenn kein schlusssatz geschrieben wird, [verbform]sondern[/verbform] eine simple unterschrift unter dem kondolenztext.
 
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