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Index » Rechtschreibung » Frönen oder Fröhnen? XML

Autor Beitrag
anmana



Beigetreten: 12/12/2010 20:04:45
Beiträge: 80
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Hallo zusammen,

es heißt frönen. Dieses Wort bedeutet, dass man einer Leidenschaft nachgeht, eine bestimmte Neigung hat, dass man sich bestimmten Dingen hingibt.
Bei diesem Wort kann man mal ausnahmsweise nicht danach gehen, dass man es so schreibt, wie es klingt. Es ist zwar ein langes ö – genau wie in dem Wort „föhnen“, das ja sehr ähnlich klingt, nur ohne r, aber trotzdem wird es ohne h geschrieben.

Das liegt daran, dass sich das Wort von dem Wort „Fron“ ableitet, das so viel bedeutet wie Zwangsarbeit. Wo jetzt genau der Zusammenhang zwischen Arbeit und sich etwas hingeben ist, verstehe ich allerdings nicht so ganz. Vielleicht weiß jemand mehr über dieses Wort?

Viele Grüße
anmana

This message was edited 1 time. Last update was at 31/01/2011 23:23:58

Wortraum



Beigetreten: 06/11/2010 19:47:25
Beiträge: 425
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Fron spricht man aber auch mit langem o. Es entwickelten sich unterschiedliche Schreibung, auch bedingt durch den Lautwandel, den die Schriftsprache abbilden mußte. So kann man beispielsweise mit doppelten Vokalen dehnen (Haar) oder auch mit h (dehnen) oder mit e (liegen), und wann ein Wort wie geschrieben wurde und wie es dem Lautwandel angepaßt wurde, war nach Region und Schreiber ganz unterschiedlich. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, zum Beispiel spricht man den Nagel mit langem, den Nacken mit kurzem a, und sehr gerne wird ja die Hake und der Hacken verwechselt.

Bei Fron hat es sich wohl einfach so entwickelt, daß der Vokal im Schriftbild nicht als langer Vokal markiert wurde – und das setzte sich so durch.

Ein Wort zu schreiben, wie man es spricht, funktioniert recht häufig nicht, so spricht man beispielsweise auch das i in Igel und immer verschieden aus (Dehnung durch Dopplung des nachfolgenden Konsonanten); oder umgekehrt schreibt man Meer und mehr verschieden, spricht es aber gleich aus. Das ist bei ganz alltäglichen Wörtern so: hohl, holen; malen, mahlen. Es gibt schlichtweg kein einheitliches System, und manche Dehnungen sind auch mehrmals markiert (fiehl).

Übrigens ist auch bei Namen wie Goethe nicht klar, wie sie ausgesprochen werden. Das e könnte hier ebenso einen langen Vokal markieren, womit die Aussprache Goothe richtig wäre. Das läßt sich heute natürlich nicht mehr konstruieren, denn wie sich zumindest der Dichter Goethe aussprach, ist heute nicht mehr bekannt.

Unsere Rechtschreibung ist nun einmal geschichtlich geprägt und folgt keineswegs einer einheitlichen Laut-Buchstaben-Zuordnung. Das geschieht bei Schriftsystemen, die Laute abbilden, und je älter die Sprache wird, desto uneinheitlicher wird die Schreibung, da die Schreibung jeden Lautwandel mitmachen muß. Manchmal tut sie das stark verzögert und ist schon wieder veraltet.

Die englische Schreibung ist noch stärker etymologisch. Wörter schreiben sich ganz unterschiedlich, je nach ihrer Herkunft (aus dem französischen, germanischen oder lateinischen etwa), und oftmals hat sich die Schriftsprache seit einigen hundert Jahren nicht weiterentwickelt. Dazu gibt es auch diese nette Anekdote:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ghoti

Was die Bedeutung des Wortes betrifft, so weiß der Herkunftsduden mehr:
„Fron w: Aus dem Genitiv Plural ahd. frono (Besitz) der Götter (zu dem unter Frau genannten Substantiv ahd. fro Herr, Gott) entwickelte sich ein Adjektiv, das mhd. als vron in der zweifachen Bed. heilig (Gott und Christus gehörig) und herrschaftlich, öffentlich (einem weltlichen Herrn gehörig) erscheint. Zur ersten Bedeutung stellt sich z. B. Fronleichnam, zur zweiten gehören zahlreiche alte Zusammensetzungen wie Fronbote Gerichtsbote, Fronhof grundherrlicher Hof und Frondienst Herrschaftsdienst. Unmittelbar aus dem mhd. Adjektiv abgeleitet ist das Substantiv mhd. vron[e] Herrschaft, Zwingburg, Herrschaftsdienst, das nhd. in der übertragenen Bed. schwere, harte Arbeit fortlebt. Dazu die Verben fronen harte Arbeit, Frondienst leisten und frönen sich einer Leidenschaft ergeben, beide nur noch in gehobener Sprache und erst seit dem 18. Jh. in der Bedeutung differenziert (mhd. vronen, vrnen, ahd. fronen).
(c) Dudenverlag, Sat_Wolf, Bayern“

This message was edited 5 times. Last update was at 29/01/2011 00:51:09

Andreas23



Beigetreten: 02/04/2011 21:33:21
Beiträge: 29
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Das Wort muss als "frönen" geschrieben werden. Der Grund ist die Ableitung von Namenwort. Es gibt nur wenige Wörter. die man nicht schreibt wie man sie spricht und bei diesem ist das genau der Fall.

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Beigetreten: 24/03/2017 10:51:19
Beiträge: 71
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